Eric Church am 5.3.2016 in der Tonhalle München
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Photo credit: John Peets

Country kann ganz schön rocken.

Die Tickets für das Konzert waren ein Geschenk an meine Tochter, die während ihres High School Jahres in den USA die Liebe zur Country Music entdeckt hat. Die Art von Country die Eric Church performt, gefällt auch dem Vater.

Zuhause füllt Eric Church Stadien als Headliner von Country-Festivals und ist bei den Country-Music-Awards 2016 mehrfach nominiert. Hier in München war es für seine Verhältnisse sicher recht intim.

Die Location: Die Tonhalle (liegt im Kulturpark Ost gleich beim Ostbahnhof) war sehr gut gefüllt (vielleicht sogar ausverkauft). Ich schätze es waren gut 2000 Besucher. Die Getränkepreise waren in Ordnung, Essen gab es nur vor der Halle. Der Sound war gut.

Die Ausgangslage: ca. 2/3 Landsleute im Publikum, die genau wussten was sie erwartet. Sie kennen alle Texte und die Rituale (wie beim entsprechenden Song die Boots auszuziehen und in die Höhe zu heben).

Andere Erwartungen (?): einige Einheimische haben sich unter Country Music wohl etwas anderes vorgestellt. Geschockt durch Tempo und Lautstärke haben Sie sich schnell zurückgezogen.

Supporting Act: Pünktlich um 20 Uhr ein 30 Minuten Warm Up durch Andrew Combs im eher gemütlichen Tempo.

Negativ: 45 Minuten Pause nach der Vorgruppe. Ich kann den Grund dafür absolut nicht nachvollziehen. Das Publikum blieb erstaunlich ruhig.
Die Musik während der Pause lies schon erahnen, dass der Hauptdarsteller des Abends deutlich rockiger zu Werke gehen würde.

Die Show: Es ging von Anfang mit vollem Tempo zur Sache. an Teilweise vier Gitarren auf der Bühne. Da kann manche Hardrock-Band neidisch werden. Die tolle Background-Sängerin darf für einige Songs auch mal mit nach vorne. Alle Musiker hatten sichtlich Spass. Eric Church ist ein toller Entertainer, auch wenn er nicht wahnsinnig viel mit dem Publikum kommuniziert. Es gab natürlich ausser den Rockern auch einige Country-Balladen und Midtempo-Songs.
Teilweise ganz starkes Material wie “Springsteen”, “That's Damn Rock & Roll" oder “Creepin´”
Schade: Mit den zwei Zugaben kam Eric Church nur auf ca. 90 Minuten netto Spielzeit. Eric hat genug starke Songs für deutlich mehr im Repertoire.

Die Gewinner:
Das Publikum, aber ganz speziell noch der kleine Junge auf den Schultern des Vaters, der mit einem Plektrum, der Unterschrift von Eric Church auf den Boots und einem Satz Drumsticks sicher glücklich nach Hause ging.
Der Mann am Merchandising-Stand: gefühlt hat jeder zweite ein T-Shirt gekauft.
Die Tonhalle: Der Getränkeumsatz war sicher überdurchschnittlich. Aber in den Texten geht es auch nicht selten um den “drink in my hand”.

Die Floskel: von der letzten Europatour war uns München in ganz besonders guter Erinnerung geblieben. Wie kommen sicher wieder.

Fazit: Wenn Eric Church wieder kommt sind wir sicher wieder dabei.