Power-Pop-Kolumne von Robert Pally

Bob Beland
«Amnesia lane» (Seeing I Records / Import)

Sugarbomb «Bully» (BMG USA)

An der CD von Bob Beland fällt als erstes vor allem der dünne Sound auf. «Amnesia lane» wurde wahrscheinlich mit einem minimalen Budget eingespielt. Eine etwas differenzierte  Produktion wäre für die eher zurückhaltenden Songs von Bob Beland von Nöten gewesen. Oftmals klingen die teilweise folkigen Popsongs deswegen etwas gar langweilig. Überdies variiert Bob mit seiner Stimme nicht allzu viel. Bob Beland hat aber schon Potential. Songs wie «River of broken dreams» oder countryeske «My little pony» belegen, das der aus L.A. stammende Beland durchaus ein  Gespür für feine Songs hat.

Robert Pally

Wollen sie wieder mal ein paar richtige Popsongs mit Melodien hören? Ich rede von Traditionsreichtum im modernen Gewand und nicht von Pop ab der Stange. Dann sind die texanischen Sugarbomb genau das Richtige für sie. Das Quintett um Sänger und Songwriter Les Farrington kombiniert Elemente von Bands wie Queen, ELO, Beatles mit der Kraft der aktuellen Alternative-Rock-Szene: Knackige Gitarren, gute Gesangsharmonien, eine griffige Produktion und einen Schuss Moderne. Sugarbombs Debüt «Bully» könnte problemlos die vorderen Ränge der Charts erklimmen wie Reinhold Messner einen Viertausender, wenn die Plattenfirmen endlich wirkliche Talente fördern würden. Aber was macht ihr Label BMG! Kurz nach dem Release von «Bully» droppt sie Sugarbomb. Manche Plattenfirmen-Verantwortliche erkennen ein Talent nicht mal, wenn man es ihnen um die Ohren haut. Verdammt, ist «Bully» gut.    

Robert Pally

02.09.2002