Power-Pop-Kolumne von Robert Pally

Rich Cox
«Designer Fetish» (FTL Records 7 / www.richcox.net )

The Dreamdayers
«All things come» (Not Lame / www.notlame.com)

Das Debüt des aus Philadelphia stammenden Rich Cox fängt sehr gut an. Der Power-Pop-Song «Here we go» hat alles alles, was eine Eröffnungnummer braucht: Eine tolle Gesangsmelodie, eine hervorzügliche Instrumentierung und eine saubere Produktion. Der zweite Song, unterstützt von druckvollen Gitarren, setzt dem sogar noch einen drauf. Hier klingt Cox wie die Tories in ihren besten Momenten. Spätestens ab dem sechsten Song verliert Cox sich. «Heart of vinyl» klingt, als wolle er plötzlich Toploader Konkurrenz machen. Daselbe gilt für den nächste Nummer «Little ones». Nicht, dass Cox stimmlich dieser Herausforderung nicht gewachsen wäre, bloss bekommt man den Eindruck, dass er zuvielen Leuten gerecht werden möcte. Am Schlimmsten wird es im Song «Mainstream». Hier versucht Cox sich als Hip-Hopper. Rich Cox ist ein talentierter Songwriter und Sänger, beim nächsten Album sollte er sich einfach entscheiden, was er jetzt sein will.  

Robert Pally

The Dreamdayers kommen aus der Gitarrenpop-Szene von Sydney. Der Kopf der Band ist Singer / Songwriter Zelko Rezo, der sich für «All things come» von Bands wie den frühen  REM, Byrds oder dem Teenage Fanclub beeinflussen liess. Obwohl viele der elf Songs auf den ersten Eindruck unspektakulär und teilweise fast langweilig daherkommen, steckt mehr dahinter. Plötzlich bleibt ein Gitarrenriff hängen, man ertappt sich dabei, eine Gesangsmelodie nach zu singen oder ein Song nimmt eine spannende Wendung. Manche CDs brauchen halt eine Weile bis sie ihre volle Wirkung entfalten. Zelko Rezo hatte mir noch gesagt, dass ich die CD bei Nichtgefallen doch als Bierdeckel benutzen solle. Auf keinen Fall.

Robert Pally

02.09.2002