Power-Pop-Kolumne von Robert Pally

The Floreans
«Same» (www.artistforum.com/thefloreans/ )

Will Kimbrough
«This» (Gravity / BMG / Import)

The Floreans ist die Band um den in Italien lebenden Amerikaner Carl Schonbeck. Neben ihn besteht das 1996 gegründete Trio aus Mauro Florean (Drums) und Andy Rocca (Bass). Für ihr zweites Album hat sich die Band trotz des Fehlen eines Vertrages einen renommierten Produzenten an Land gezogen. Scott Mathews hatte schon mit John Hiatt, Roy Orbison und John Wesley Harding gearbeitet. Er hat die Band richtig in Szene gesetzt und den elf melodischen Rock-Wave-Pop-Songs den nötigen Druck verleiht. Carl Schonbeck Stärke liegt denn auch im Schreiben von kraftvoll treibenden Up-Tempo-Nummer, die Elvis Costello als gewichtigen Einfluss verraten – aber nicht nur. Schonbecks Inspirationen sind sehr vielfältig: Neben andert werden die Small Faces, Sixtiesbeat aber auch die Beach Boys zitiert. Das verleiht dem Album eine angenehme Vielfälltigkeit. Das ironische «Simona surfs nude» klingt sogar wie wenn die Beach Boys mit Elvis Costello surfen gehen würden. Spassig und gut.

Robert Pally

Die Stimme des aus Nashville stammenden Will Kimbrough (ehemals Will and the Bushmen) hat eine ähnliche Färbung wie die von Crowded-House-Sänger Neil Finn. Weil Kimbrough sich teilweise auch noch im gleichen musikalichen Feld bewegt, drängen sich Vergleiche auf. Das ist aber durchaus positiv zu verstehen. Will Kimbrough ist  ein ebenso vorzüglicher Songwriter wie Finn, und kann neben dem, wie auch Finn, die Beatles als Einfluss aufzählen. Kimbrough differenziert aber noch etwas mehr als Crowded House. Gelegentlich finden sich psychedelische Elemente in seinen Songs. «We’re all for sale» hat einen Touch Left Banke. Und natürlich sind auch dezente Countryeinflüsse hörbar. Schliesslich stammt Will Kimbrough aus Nashville.

Robert Pally

02.09.2002