Power-Pop-Kolumne von Robert Pally

Smoothy
«The shock of the smooth» (Popgun / Import)

Sloan

«Pretty together» (Murder Records / BMG  / Import)

Das Trio Smoothy stammt aus Auckland in Neuseeland. «The shock of the smooth» ist ihr Debüt. Die zwölf Songs verraten eine Liebe für die Musik der Byrds, Soft Boys, Westcoast, achtziger UK Gitarrenpop und natürlich lokale Bands wie The Chills. Diese zahlreichen Einflüsse münden aber nicht immer in tolle Songs. Einige der Songs plätschern etwas zu belanglos vor sich her. Man wünschte sich manchmal irgendetwas würde passieren. Ein zündendes Gitarrenriff, eine unerwartete Wendung oder einfache eine tolle Gesang-Harmonie würden den Songs hin und wieder gut bekommen. Sänger und Gitarrist Dominic Blaazer hat keine schlechte Stimme, bloss sollte er sie manchmal etwas abwechslungsreicher einsetzen. Natürlich hat es auch den einen oder anderen tollen Song auf «The shock of the smooth». Speziell das über fünfminütige «Ghetto Song», eine feine Westcoast-Nummer. Vor allem überzeugend ist das instrumentale Finale des Songs. Das nächste Mal bitte mehr davon.    

Von Robert Pally

Sloan sind seit Jahren eine feste Grösse in der kanadischen alternativen Szene. Hierzulande kennt man sie kaum, obwohl ihre Platten («Smeared») auch schon hier veröffentlich wurden. Das neue Album «Pretty Together» wird kaum etwas an dieser Situation ändern, obwohl Sloan durchaus etwas mehr Aufmerksamkeit ausserhalb Kanadas verdient hätten. «Pretty together» ist ein abwechslungsreicher Trip durch die Sechziger und Siebziger Jahre der Rock- und Popmusik . Da schimmern die Beatles durch, Siebziger Retro-Sound á la Lenny Kravitz, Stones-Anleihen und folkige Momente. Sloan haben gelernt, ihre unterschiedlichen Einflüsse zu einer stimmigen Einheit zu verschmelzen. Stürmisches Aufbrausen und besinnliche Momente ergänzen sich perfekt. Man darf schon fast vom besten Sloan-Album reden!!

Robert Pally

02.09.2002